Dentalsoftware in Österreich: Top-Lösungen, Preise und e-Health-Pflicht 2026

Die führenden Dentalsoftware-Anbieter in Österreich
Der österreichische Markt für Ordinationssoftware befindet sich in einer Phase der technologischen Konsolidierung. Gesetzliche Vorgaben – insbesondere die Anbindungspflicht an e-card und ELGA ab dem 1. Januar 2026 – rücken Integration, Automatisierung und Cloud-Fähigkeit in den Fokus.
Power.Dent – zentrales Behandlungsblatt für Kassenpraxen
Power.Dent gilt als einer der Marktführer in Österreich und zeichnet sich durch seine visuelle Orientierung aus.
- Zentrales Behandlungsblatt: Zahnschema, Leistungen, Stammdaten und Buchhaltung in einer Ansicht vereint – kein Fensterwechsel nötig.
- Grafische Benutzeroberfläche: Farbige, intuitive Darstellung des Zahnschemas für schnelle Statuserfassung.
- Spezialmodule: Dedizierte Erweiterungen für Parodontologie, Implantatverwaltung und Kieferorthopädie.
Softdent – Automatisierung und Self-Check-in
Softdent ist für seine Praxisnähe bekannt und wird oft in modernen, prozessoptimierten Praxen eingesetzt.
- Termin-Finder: Digitaler Assistent schlägt in Millisekunden freie Termine vor.
- Bankomat-Anbindung: Direkte Abrechnung vor Ort reduziert das Mahnwesen und erhöht die Liquidität.
- Patienten-Self-Check-in: Eigenständige Anmeldung über Terminals entlastet die Rezeption.
WinDent – klinische Präzision und mobile Nutzung
WinDent wird besonders für klinische Präzision und die enge Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen geschätzt.
- Plausibilitätsprüfung: Bei der Leistungseingabe werden nur medizinisch logische Optionen angeboten – Fehler wie Füllungen auf fehlenden Zähnen sind ausgeschlossen.
- Modulare Architektur: Skalierbar von der kleinen Privatordination bis zur großen Klinik.
- Mobile Nutzung: Vollständige Unterstützung für iPad und iPhone zur digitalen Unterschrift von Anamnesebögen am Behandlungsstuhl.
CGM Z1.PRO und XDENT – Server und Cloud im Vergleich
CompuGroup Medical verfolgt eine Doppelstrategie für traditionelle und technologieaffine Praxen.
- CGM Z1.PRO: Serverbasierte All-in-One-Lösung, bewährt für große Filialstrukturen und Spezialisten (KFO/MKG).
- CGM XDENT: Native Cloud-Lösung, nutzbar direkt über den Browser, ohne hohe Hardware-Investitionen, mit automatischen Updates.
DentalPro – Praxisoptimierung seit über 30 Jahren
DentalPro von MCW fokussiert sich auf die Umwandlung der Ordination in einen effizienten Selbstläufer.
- e-card Integration: Vollständige Einbindung des e-card-Systems bereits im Standardpaket enthalten.
- Fotoimport-Modul: Direkter Import von Smartphone-Bildern in die Patientenakte für schnelle Dokumentation.
ELGA und e-card: Gesetzliche Pflichten ab 2026
Gemäß § 49 Abs. 7 Ärztegesetz müssen ab dem 1. Januar 2026 alle Wahlärzte an das e-card-System und ELGA angebunden sein. Die Anbindung an die nationale Infrastruktur ist damit für den Betrieb jeder Ordination in Österreich essenziell.
Die vier Kernkomponenten der e-Health-Integration
- e-Medikation: Zugriff auf die Medikationsliste des Patienten (18 Monate rückwirkend) zur Vermeidung von Wechselwirkungen.
- e-Rezept: Verpflichtende digitale Ausstellung von Rezepten, einlösbar in jeder Apotheke.
- e-Befund: Digitaler Zugriff auf Laborergebnisse und Entlassungsbriefe direkt aus dem Softwaresystem.
- e-Impfpass: Verpflichtende Dokumentation von Impfungen im zentralen Register.
Technische Schnittstellen und Hardware-Voraussetzungen
Moderne Dentalsoftware fungiert als zentraler Knotenpunkt für diverse Peripheriegeräte. Zwei Bereiche sind dabei besonders relevant.
VDDS-Standard für Röntgensysteme
Der VDDS-media-Standard ist die wichtigste Schnittstelle zur Anbindung von Röntgensystemen (z.B. Dürr Dental). Er ermöglicht die Übergabe von Patientenstammdaten an die Imaging-Software und vermeidet so Doppeleingaben.
Notwendige Hardware für die e-Health-Anbindung
- GINA Box: VPN-Zugangspunkt zum Gesundheits-Informations-Netzwerk (GIN).
- Kartenlesegeräte: GINO-Lesegeräte mit NFC-Funktion für den kontaktlosen Patienten-Check-in.
Preise und Kostenmodelle im Vergleich
Die Kosten variieren erheblich zwischen klassischen Kauflösungen und modernen Abonnementmodellen.
On-Premise: Kaufsoftware für Praxen mit eigener IT
- Einmalige Lizenzkosten: 2.500 € bis 10.000 €, abhängig von Arbeitsplätzen und Modulen.
- Jährliche Wartung: 800 € bis 1.500 € (ca. 15–20 % des Lizenzwertes) für Support und Updates.
SaaS: Monatliche Abonnements für Neugründer
- Monatliche Gebühr: 100 € bis 350 € pro Behandler bzw. Arbeitsplatz.
- Einrichtungsgebühr: Einmalig 500 € bis 2.000 €.
Zusatzkosten für Wahlärzte (e-Health-Anbindung)
- e-card Installation: 350 € bis 500 € einmalig.
- Laufende GIN-Anbindung: Ca. 100 € pro Monat.
Welche Software passt zu welcher Praxis?
Die Wahl der richtigen Dentalsoftware hängt von Praxistyp, Größe und technologischer Ausrichtung ab.
- Kassenordinationen profitieren am meisten von Power.Dent und Softdent – beide sind tief in die österreichische Tarifstruktur integriert.
- Klinisch ausgerichtete Praxen und Universitätsambulatorien sind mit WinDent gut bedient, das Plausibilitätsprüfung und modulare Skalierbarkeit bietet.
- Neugründungen und Wahlärzte, die sich auf die ELGA-Pflicht 2026 vorbereiten, sollten agile Cloud-Lösungen wie CGM XDENT oder spezialisierte e-Health-Pakete prüfen – um Hardwarekosten für lokale Server zu minimieren.